Bewegungsapparat

In den letzten zwanzig Jahren haben Beschwerden im Kreuzbereich (Low Back Pain) weltweit deutlich zugenommen. Sie gelten als die häufigste Ursache für längere Arbeitsausfälle, damit verbundene Armut und soziale Isolation. Eine weltweite Low Back Pain Workgroup ruft die Gesundheitssysteme weltweit dazu auf, aufgrund fehlender Wirksamkeit, hoher Kosten und Risiken, weniger häufig bildgebende Verfahren durchzuführen, zurückhaltend mit Schmerzmitteln zu sein und weniger Infiltrationen, Injektionen und Wirbelsäulen-Operationen durchzuführen. Eine ausführliche Beratung hinsichtlich Lebensführung und Verbleiben im Beruf, physiotherapeutische Betreuung und manuelle Behandlungen werden empfohlen.

Kreuzschmerz hat sehr viel mit der Funktion der Beckenring-Gelenke zu tun. Die beiden Sacro-Iliakal-Gelenke und die Symphyse interagieren so direkt miteinander, dass von einem Ringsystem gesprochen werden kann (Beckenring). Liegt eine Dysfunktion in einem oder mehreren dieser Beckengelenke vor, wird auch die im Kreuzbein ruhende Wirbelsäule betroffen. Vorbestehende Schwachstellen wie Skoliosen, Diskushernien (Bandscheibenprobleme) oder Fehlhaltungen schmerzen umso mehr. Die Beckenringgelenke können manuell rasch und sicher untersucht und behandelt werden. Nach meinen eigenen Erfahrungen von gut zwanzig Jahren sind über 90% aller tiefen Rückenschmerzen (Low Back Pain) mit der arthrokinematischen Methode kurierbar.

 

 

Besonders häufig betroffen sind folgende Gruppen:

  • Kinder und Jugendliche (Skoliosen, asymmetrische Gangmuster)
  • Schwangere, Gebärende, Wöchnerinnen mit Schmerzen und Bewegungseinschränkungen
  • Sportlerinnen und Sportler mit asymmetrischem Bewegungsmuster

Beckenring-Dysfunktionen können auch andere Beschwerden verursachen als Kreuzschmerzen. Folgende Beschwerdebilder können damit in Zusammenhang stehen:

  • Rückenschmerzen, Spannungskopfschmerzen, Schonhinken
  • Chronische einseitige Schmerzen in den Bereichen Schulter, Hüfte, Knie und Fuss
  • Chronische Kreuzschmerzen (Low Back Pain)
  • Einseitige Unterbauchschmerzen
  • Schmerzen beim Minnen (Dyspareunie: Schmerzen bei der Sexualität)
  • Probleme mit der Innervation von Beckenorganen: Drangblasenprobleme, Harnröhrenschmerzen, Darmträgheit, Dauererregung
  • Fruchtbarkeitsverminderung, Zyklusstörungen
  • Postoperative unklare, meist einseitige Schmerzen in Kreuz, Symphyse, Unterbauch, Beine, Schultern und Nacken

 

Funktionsweise des Beckens