Corona-Virus 19 (SARS-CoV-2)

Wir machen weltweit eine erstmalige, medizinisch-politische Generalprobe durch. Die zentralisierte Durchführung mit der WHO als Hauptquartier, den unter Notrecht durchgeführten massiven Einschränkungen der Bewegungsfreiheit, Versammlungsfreiheit und Behandlungsfreiheit ähnelt einem Kriegsszenario. Gerechtfertigt wird diese Aushebelung demokratischer Errungenschaften mit der Gefährlichkeit des Corona-Virus.
In Wuhan, Provinz Hubei, China, deutete die hohe Erkrankung- und Sterberate auf einen sehr aggressiven Virus hin, spätestens aber im Februar 2020 zeigten die Daten ausserhalb Hubeis ein anderes Bild: eine Mortalität von unter 1% das Bild eines Virus, der sich schneller und aggressiver als die Influenza ausbreitet, rasch zu schweren Beschwerden führt, was zu hohem Behandlungsaufwand führt, dennoch bis anhin eine wissenschaftlich fundierte Sterblichkeitsrate von etwa 1.2% aufweist. Der sich entwickelnde Verlauf zeigt nun grosse regionale Unterschiede, je nach Altersstruktur der Bevölkerung, sozialem Stress, zugrunde liegender Gesundheit und der Möglichkeit des Zugangs zu medizinischen Dienstleistungen: ist dies der Beginn eines Umdenkens, Medizin nicht mehr als industriell herstellbares Verkaufsgut zu betrachten?

Bei invasiven, mit deutlichen Risiken und Nebenwirkungen behafteten Eingriffen wird in der modernen Medizin ein Shared Decision Making empfohlen. Dasselbe scheint mir angebracht im Zusammenhang mit ähnlich folgenreichen politischen Eingriffen. Shared Decision Making funktioniert durch ein Darlegen aller bisher  bekannten Fakten und daraus sich ergebenden Empfehlungen zwischen ärztlicher Fachperson und betroffener, zu behandelnder Person mit einer Einigung, was zu tun ist.

Genauso kann dies politisch umgesetzt werden: in einem demokratischen Staat, wie zum Beispiel in der Schweiz, haben wir genügend kommunale und kantonale Strukturen, um gemeinsam unter Einbezug der Bevölkerung eine Entscheidung zu fällen. In der nun dritten von der WHO ausgerufenen Pandemie allein in den letzten 17 Jahren (SARS-Pandemie 2003,  H1N1-Grippe Pandemie 2009, Corona-Virus 2020) sollte der Ablauf dringend überdacht und vorausschauend festgelegt werden. Die Versuchung, über hohe Emotionen wie Angst und Panik undemokratische, autoritäre Massnahmen zu etablieren, ist sehr hoch, wie wir ÄrztInnen aus Erfahrung wissen.

Wie hoch muss die Evidenz von Massnahmen sein, dass die sozialen, familiären, schulischen, seelischen und wirtschaftlichen Auswirkungen durch ein Social Splitting (Zerstörung des sozialen Netzes) kombiniert mit einem Economic Splitting (Zerstörung der lokalen Gewerbe) überhaupt akzeptabel sind?

Es gibt verschiedene Wege, mit einer Epidemie umzugehen. Insgesamt sollten die Massnahmen zweckmässig, wissenschaftlich und wirtschaftlich sein. Es macht einen grossen Unterschied, ob ein direkter Kampf mit einem Virus versucht wird durch den Versuch, die Ausbreitung zu hemmen, oder ob die natürliche Immunisierung durch den Virus zugelassen wird und die Aufmerksamkeit sich speziell auf die Erkrankten und Gefährdeten richtet. Statt die Wirtschaft so vieler Staaten zu ruinieren, wäre eine gezielte Hilfeleistung für Gefährdete und Erkrankte nicht viel klüger?

Die Faktenlage zur sozialen Isolation Nicht-Erkrankter (Quarantäne, soziale Events untersagen, Distanz halten) als effiziente Massnahme gegen eine Viren-Ausbreitung zeigt keine hohe Evidenz, sowohl in der Vergangenheit, als auch in der Gegenwart: Singapur weist eine lineare Zunahme an Corona-Infektionen auf im Unterschied zum Rest der Welt, der eine exponentielle Zunahme sieht und ist sehr zurückhaltend mit der sozialen Isolation von Nicht-Erkrankten. Aktuelle Berechnungen zur Wirksamkeit von Social Splitting beruhen auf Daten von SARS, nicht Coronavirus-19 (CoV-19). Dank der Einführung der Antikörper-Tests gegen CoV-19 kann die Immunität in der Bevölkerung erhoben werden. Die Zuverlässigkeit der verschiedenen Antikörper-Tests sollte nicht von den Medien beurteilt werden:  was für das FDA (Zulassungsbehörde der USA) gut genug ist, soll für Europa nicht genügen?

  • Wenn kein auf wissenschaftlichen Fakten beruhender globaler Plan im Umgang mit Pandemien besteht, sollte es nicht oberste Priorität haben, einen solchen vorausschauend aufzubauen? Dies ist eine dringliche Aufforderung von in Betreuung und Pflege involvierten Fachpersonen, die die Zentralisierung von Infizierten in Spitälern als eine der Mit-Ursachen für die rasche Verbreitung der Coronavirus-Infektion sehen.
  • Ist im Anschluss an die dritte globale Infektion mit neuartigen Viren eine öffentliche Transparenz über die beforschten Viren, Virenpartikel, Gensequenzen und die ehemaligen und laufenden Studien nicht dringend notwendig?
  • Könnten wir mit einer weltweiten Anstrengung nicht auch andere gesundheitlich relevante Bereiche rasch und effizient verbessern? Hier hat Frau Dr. Barbara Plagg, Dozentin für Hygiene, Sozial- und Präventivmedizin, Universität Bozen, einige Vorschläge.
  • Führt uns die Aggressivität der neuen Viren die Sackgasse vor Augen, in die wir alle gedrängt werden mit einer mächtigen, extrem reichen Mikro-Oberschicht und einer grösser, ärmer und machtloser werdenden Rest-Bevölkerung?
  • Ist es Zeit, die Schulden weltweit aufzuheben und einige Prozente des Reichtums der Wohlhabendsten 5% der Weltbevölkerung an die öffentliche Hand zurückzugeben? Hierzu UN-Generalsekretär Antonio Guterrez: die Pandemie muss zu einem anderen ökonomischen System führen.