Therapie der Beckenringdysfunktion (Pelvic Joint Dysfunction)

Der Beckenring besteht aus den drei  Gelenken Symphyse und zwei Sakro-Iliakal-Gelenke, deren Funktion derart direkt miteinander verbunden ist, dass von einem Ring gesprochen werden kann. Wird das Becken als ein Gesamtsystem betrachtet, sind die Therapieschritte entsprechend dem uralten, chirurgischen Wissen logisch: zuerst müssen die betroffenen Gelenke in die korrekte physiologische Position gebracht werden (Gelenksadjustierung der Sakroiliakalgelenke), dann folgt eine mehrere Wochen dauernde Schonung des Gelenksystems, damit der Badnapparat wieder hält (ligamentäre Stabilisierung) und zu guter Letzt wird der Muskelmantel aufgebaut (muskuläre Stabilisierung).

Gelenks-Adjustierung

Zur Gelenksadjustierung oder Deblockierung sind etliche Therapien wirksam wie Massage, Akupunktur, Osteopathie, Chiropraktik und Manuelle Medizin.

Die arthrokinematische Beckenringadjustierung kann mittels einer Dehntechnik im Liegen und Stehen (nach Dr. med. Dorin Ritzmann) oder einer Impulstechnik im Liegen und Stehen (nach Dr. med. Bruno Maggi) durchgeführt werden. Die liegende Technik readjustiert eher cranio-caudal während die stehende Technik die SIG-Flächen tendenziell dorso-ventral bewegt. Alle Techniken können in einem praktischen Kurs erlernt werden.

Ligamentäre Stabilisierung

Je nach Gelenk sind längere oder kürzere ligamentäre Stabilisierungen notwendig. Für das Obere Sprunggelenk (OSG) genügen meist acht Wochen, für das Knie ebenso, für den Beckenring sind es erfahrungsgemäss zwölf Wochen. Bei Kindern und Jugendlichen scheint es schneller zu gehen, bei Schwangeren und im Wochenbett eher länger. Erfahrungsgemäss dauert die physiologische Gelenkslockerung bis vier Monate nach der Geburt.

 

Muskuläre Stabilisierung

Nach drei ligamentären Stabilisierungsmonaten ist ein stufenweiser Muskelaufbau der Beckenringstabilisatoren wichtig. Dies kann sehr gut in Zusammenarbeit mit einer (Sport-) Physiotherapie durchgeführt werden.